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Das ungeschriebene Gesetz

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Samstag, 26. November 2011 um 06:33

Das ungeschriebene Gesetz

  – Im Namen des Erhabenen
Kommentar vom Fuß des iranisch-deutschen Berges (15)
Wir leben in einer Zeit, in der die Wahrheit immer offener zutage tritt und die Falschheit immer leichter zu erkennen ist. Wer die Zeichen der Zeit für seinen eigenen Erkenntnisgewinn nutzt, der tut das zu seinem eigenen Vorteil. Und wer die Gelegenheit verpasst, der schadet sich nur selbst.
Seit Jahren werden in Deutschland sowohl Privatpersonen als auch Organisationen, die den Zionismus boykottieren bzw. dazu aufrufen, zionistische Organisationen und zweifelsfreie Unterstützer des Zionismus zu boykottieren, als eine Art “Aussätzige“ der Gesellschaft behandelt. Obwohl sie die friedlichste Form des Widerstands einsetzen und sich ebenfalls zweifelsfrei gegen Unterdrückung, Vertreibung, Mord und Terror wenden, werden sie fast wie kriminelle eingestuft. Das Attribut “Antisemit“ wird ihnen von der radikal-zionistischen Hofberichterstattung auferlegt und ihr gesellschaftliches Ansehen ruiniert. Falls möglich werden zudem das Privatleben und die wirtschaftliche Basis zum Überleben zerstört. In bestimmten Fällen wird selbst vor dem Mittel des politischen Mordes nicht zurückgeschreckt. Der Zionismus, den sich die deutsche Politik und die Hofberichterstattung bedingungslos unterworfen haben, darf in diesem Land nicht als Verbrechen gebrandmarkt werden. Man darf das zionistische Regime nicht als Besatzungsregime all zu deutlich bloßstellen. Man darf nicht die Verantwortungsträger des zionistischen Terrors kritisieren. Man darf nicht immer wieder darauf hinweisen, dass Zionisten Rassisten sind. Man darf nicht einmal deren eindeutige rassistischen Gesetze und Vorgehensweisen thematisieren. Die längste Besatzungsmacht unserer Zeitepoche, die ein ganzes Volk von Christen und Muslimen im missbrauchten Namen des Judentums brutal unterdrückt, darf nicht bloßgestellt werden. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz in diesem Deutschland. Und wenn gar ein Land wie die Islamische Republik Iran keine diplomatischen Beziehungen zu den wie Herrenmenschen agierenden Zionisten unterhält, dann werden sie als schlimmste Antisemiten diffamiert. Obwohl der iranische Präsident niemals behauptet hat, er wolle Israel von der Landkarte tilgen, und es inzwischen mehrfach bewiesen wurde, dass jegliche Behauptungen diesbezüglich reine Lügen sind, dürfen deutsche Politiker und deren radikal-zionistische Hofberichterstattung jene Lügen ungestraft fortsetzen und damit nicht nur einen Präsidenten sondern ein ganzes Volk verleumden. Ja, es ist ungeschriebenes Gesetz in Deutschland, dass jede Methode gegen Menschen angewandt werden darf, die nicht dem Zionismus huldigen, die weiterhin darauf bestehen, dass der Zionismus ein Verbrechen ist, dass der Zionismus rassistisch ist, dass der Zionismus ein kolonialer Arm des Imperialismus ist, dass der Zionismus mörderisch ist. Jenes ungeschriebene Gesetz besagt, dass die radikal-zionistische Presse Ankläger, Richter und Vollstrecker zugleich sein darf, ohne jemals irgendeine demokratische Legitimation erhalten zu haben. Jene radikal-zionistische Presse darf im Namen der Meinungsfreiheit Arbeitsverträge ausarbeiten, in denen eine pro-USraelische Gesinnung der Journalisten festgeschrieben wird, völlig unabhängig davon, wie viele Verbrechen jenes System noch ausübt. Vor allem aber ist es ungeschriebenes Gesetz, dass Israel Atomwaffen haben darf, niemand jegliche Kontrollen in Israel durchführen darf, und die radikal-zionistische Presse das bestmöglich mittragen soll. Jegliche Drohungen Israels gegen andere Länder kriegerisch agieren zu wollen, dürfen gemäß jener ungeschriebenen Gesetze niemals als Aggression dargestellt werden, sondern stets als Selbstverteidigung. Wenn z.B. Israel einen Krieg führt, bei dem mehrere Tausend Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, ermordet werden und die eigenen Verluste nicht einmal die Zweistelligkeit erreichen, dann müssen gemäß jenen ungeschriebenen Gesetzen die Zionisten als Verteidiger dastehen.
Auf der anderen Seite gibt es ein Land, das Islamische Republik Iran heißt. In dem Land haben alle Bürger die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten, unabhängig von ihrer Religion. Die Islamische Republik Iran hat noch nie irgendein Land angegriffen, wurde aber schon von mindestens drei Seiten (mit westlicher Hilfe) angegriffen. Der Iran lässt Kontrollen seiner Atomanlagen zu und die oberste geistige Führung hat Atomwaffen als Massenvernichtungswaffen verboten! Und obwohl es keinerlei Beweise dafür gibt, dass der Iran ein nichtziviles Atomprogramm hat, wird das Land seit 32 Jahren mit Sanktionen überhäuft. Teilweise wurden jene Sanktionen bei völliger Missachtung der eigenen Prinzipien und Regeln von der UN verhängt gemäß ungeschriebenen Gesetzen. Aber neuerdings ist nicht einmal mehr ein UN-Beschluss nötig. Einzelne Staaten der Westlichen Welt verhängen willkürlich Sanktionen bei Missachtung sämtlicher internationaler Spielregeln und Gesetze. Sie handeln nach dem ungeschriebenen Gesetz, dass Herrenmenschen alles dürfen. Die neuste Runde der Sanktionen gegen den Iran wurde eingeläutet. Deutschland steht – wie bei der Verteidigung des Zionismus – an vorderster Sanktionsfront gegen den Iran.
Was lernen wir daraus? Wenn es eines Tages ein Minimum an Gerechtigkeit in dieser Welt geben wird, dann müssten die Regierungschefs der USA und Israels vor einem internationalen Gericht für alle ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden. Ihre Unterstützer und Helfer in den europäischen Schaltzentralen und in den Chefredaktionen müssten an ihrer Seite Platz nehmen auf der Anklagebank. Und all das Unrecht, dass von solch einer Politik weltweit ausgeht, müsste eines Tages offen gelegt werden. Dann würden die heutigen Regierungschefs Europas nicht etwa als Demokraten, sondern als Unterstützer der größten Verbrechen unserer Zeit in Erinnerung bleiben, und jene Verbrechen haben sie allesamt mit gestohlenem Geld finanziert, gestohlen von den eigenen noch nicht einmal geborenen Generationen. Sie haben jenen Raub, den sie “Verschuldung“ nennen, zuerst nach ungeschriebenen Gesetzten praktiziert. Später haben sie eigene Gesetze erlassen, um jene Ausuferung der Verschuldung einzugrenzen und haben dann die eigenen geschriebenen Gesetze gebrochen nach ungeschriebenen Gesetzen.
So weit so schlecht, aber was bedeutet das für uns? Für uns bedeutet das, das wir erkennen, wer hier tagtäglich wen zu sanktionieren versucht und was jene ungeschriebenen Gesetze bedeuten. Es sind die Herrenmenschen unserer Zeit, die in ihrer täglich wachsenden Arroganz, ganze Völker ins Elen stoßen und mit Waffengewalt ihre Herrschaft über die Welt aufrecht zu erhalten suchen. Es bedeutet für uns, dass wir erkennen, dass jene Fassade von Freiheit und Demokratie geradezu mörderisch ist, wie jüngst auch in Deutschland zu erkennen. Von 140 Morden der Nazi-Organisationen ist die Rede allein in den letzten Jahren, während es keine 10 Morde gibt, die man selbst bei großzügigster Interpretation “Islamisten“ zuschreiben könnte. Dennoch gelten nach wie vor Muslime als Gefahr, denn sie sind eine Gefahr gegen ein ungerechtes System. Sie sind eine Gefahr für den Raubtierkapitalismus. Sie sind eine Gefahr für die Ausbeutung der Menschen nach ungeschriebenen Gesetzen. Sie sind eine Gefahr gegen das rassistische Herrenmenschendenken, das noch immer so viele Köpfe in der Westlichen Welt beherrscht. Und dafür sollen sie bestraft werden.
Aber wer straft hier eigentlich wen? Sind nicht die tagtäglich gesteigerten Strafmaßnahmen gegen die “kleine“ Islamische Republik Iran koordiniert von der gesamten “großen“ Westlichen Welt, von den USA und Kanada, von Europa und Australien sowie Japan ein Beweis dafür, wie hilflos die Herrenmenschen geworden sind. Ist nicht das Kriegsgeschrei der gesamten Westlichen Welt unter Führung des zionistischen Regimes und die Androhungen von Bombardements durch die größten Atommächte der Welt ein Beweis für ihren geistig-moralischen bankrott? Was haben sie der Welt denn noch zu bieten? Der gesamte Wohlstand – so wird es immer deutlicher – ist geraubt. Das Finanzsystem diente nur dazu die Reichen reicher und die Armen ärmer zu machen, und am Ende müssen die einfachen Bürger das Finanzdesaster ausbaden, möglicherweise mit weiteren Kriegen, die die Herrenmenschen ihnen auferlegen. Ist nicht der weltweite radikal-zionistische Propagandakrieg gegen die Islamische Republik Iran (bei gleichzeitiger Schonung von treu huldigenden Königen und Prinzen) ein weiterer Beweis dafür, dass es weder um Freiheit noch um Demokratie und schon gar nicht um Gerechtigkeit geht?
Die Westliche Welt schüttet tagtäglich immer weitere Grausamkeiten aus, immer mehr auch gegen die eigenen Bürger, und das Ende der Fahnenstange ist sicherlich noch nicht erreicht. In dieser Situation ist es von sehr entscheidender Bedeutung, dass sich Muslime innerlich stärken und sich mit friedlichen und erlaubten Mitteln für Gerechtigkeit engagieren. Wer heute in diesem Land für eine Anklage gegen das zionistische Regime eintritt, der wird bestenfalls belächelt werden und schlimmstenfalls von sehr dunklen Gestalten, die vom Verfassungsschutz bezahlt werden, Ärger bekommen. Und wer heute für die Bestrafung des US-Regimes und die Abschaffung des Kapitalismus eintritt, um ein menschliches System zu etablieren, den werden viele als “Fanatiker“ oder “Extremist“ beschimpfen. Aber die wahren Fanatiker und Extremisten sitzen an den Stellen, an denen man jenes unmenschliche System bis zum totalen Untergang aufrecht zu erhalten sucht. Und wer heute die Schriften der Befreiungstheologen der Islamischen Revolution in der Westlichen Welt vorstellt, der gilt ohnehin als “Islamist“, ein Unterdrückungsvokabular des ungeschriebenen Gesetzes, das nie definiert wird.
Aber es kommt ein Tag, an dem heute traurige Gesichter strahlen werden vor Freude und heutige Herrenmenschen mehr als betrübt sein werden angesichts der eigenen Verbrechen, die ihnen vor Augen geführt werden. Mag sein, dass ich diesen Tag nicht mehr miterlebe, aber wir leben schließlich nicht nur für diese wenigen Jahre in dieser verschleierten Welt. Doch vieles deutet darauf hin, dass viele heute lebende Menschen jene freudig-revolutionären Tage miterleben werden. Und dann wird es auch keinen Sanktionen mehr zwischen Iran und Deutschland geben, sondern Freundschaft und Nächstenliebe.Ich weiß, manche der Leser werden mich jetzt als “Träumer“ titulieren. Aber Hoffnung auf Gerechtigkeit ist eine der stärksten Waffen der Menschheit gegen Unterdrückung. Und diese Waffen dürfen wir uns niemals aus der Hand nehmen lassen! Und Hoffnung ist ein geschriebenes Gebot für alle Gottesehrfürchtigen Menschen, denn die Wahrheit versteckt sich nicht im Ungeschriebenen.
Dr. Yavuz Özoguz
(Wissenschaftlicher Leiter der Enzyklopädie des Islam – eslam.de)
Schilfweg 53
D-27751 Delmenhorst
e-Mail: yavuz@muslim-markt.de

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