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“IM Larve” : Gibt es Flecken auf Gaucks weissem Kittel?

http://iknews.de/2012/02/19/im-larve-gibt-es-flecken-auf-gaucks-weissem-kittel

 

19. Februar 2012 | 12:51

gauck

Die Medien überschlagen sich mit Lob und Zustimmung für den ehemaligen Leiter der Gauck-Behörde. Jeder zweite Deutsche sei für einen Bundespräsidenten Gauck, dieser stehe für Rechtschaffenheit, Offenheit und schonungslose Aufklärung. Er genieße uneingeschränktes Vertrauen, so der Usus. Hier kann unserer Ansicht nach, ein Blick hinter die Kulissen eines Mitgliedes der Atlantikbrücke nicht schaden, welche mit einem Slogan der Freimaurer glänzt. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ist zwar auch zum Wahlspruch der Franzosen geworden, dessen Ursprung liegt aber in den Logen des Grand Orient de France, noch vor der französischen Revolution.
Wir wollen hier das Terpe-Papieraufgreifen, welches ein weiteres Licht auf Joachim Gauck wirft und welches in der aktuellen Debatte fast komplett ausgeblendet wird. Sollten die Vorwürfe stimmen, wäre Gauck als Bundespräsident untragbar und auch die vergebenen Lorbeeren müssten erneut auf den Prüfstand.

Zunächst eine kurze Erklärung zu einigen Begriffen.

Die Abkürzung IM steht für inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Diese Behörde kürzt sich als MfS ab oder dem Begriff Stasi.
Ehemaligen Mitbürgern der DDR dürften diese Abkürzungen nur zu gut im Gedächtnis geblieben sein, auch wenn sich die BRD mehr und mehr anschickt der Stasi den Rang abzulaufen. Doch nun zurück zu dem Terpe-Papier und einigen weiteren Informationen.

Sowohl der damalige Minister des Inneren der DDR Peter-Michael Diestel als auch Lafontain sagten der Zeit zufolge, dass Gauck ein Stasi-Begünstigter gewesen sei.

Hier sind einige Dinge angeführt, die zumindest aufhorchen lassen. So zum Beispiel :

Er lobte seinerzeit die Stasi und er wurde mit einem VW Bus für seine Kooperation entlohnt, der für DDR-Normalbürger unerreichbar war.

Natürlich brachte er es zum Westreisekader und seine enge Verflechtung in das DDR-System zeigt das Stasi-Terpe-Papier eindrucksvoll auf.

Dabei musste Gauck bereits am 21.4.2000 zittern, denn an diesem Tag wurde das brisante Terpe-Papier veröffentlicht. Die “Welt” hatte das Papier bereits am 23. April 1991 publiziert. Doch West-Lesern blieb die Kern-Problematik verborgen. Ihnen fehlten DDR-Intim-Kenntnisse.[1]

Hier ein weiterer Teil des Artikels:

Das Terpe-Papier reicht nach Aussage von Peter-Michael Diestel aus, ihn wie Tausende andere Menschen aus dem Öffentlichen Dienst zu verbannen. Gauck hatte den Stasi-Namen “Larve” und er ist nach Maßstäben seiner Behörde ein Täter und kein Opfer. Ein von der Stasi überprüfter und für gut befundener Täter, wie Stasi-Berichte über Gauck belegen. Daß Gauck im Öffentlichen Dienst verbleibt, wird im Osten als absolute Ungerechtigkeit und Siegerjustiz-Mentalität gewertet und missbilligt. Sonderschutz und Privilegien für einen willigen Vollstrecker der SED Herrschaft in der ehemaligen DDR ist eine noch harmlose Beschreibung dieses Umstandes.

Anmerkungen eines Ostdeutschen und als letzter DDR-Innenminister sicher auch eines Kenners der Materie und von Geheimdienst-Papieren zum Dossier von MfS-Hauptmann Terpe über seine Begegnung mit Larve/Gauck am 28. Juli 1988:

Gauck erklärte nach der Wende in der FAZ, die auch für ihn zuständige mecklenburgische Kirchenleitung habe vor der Wende jegliche Kontakte zur Stasi untersagt. Trotzdem fand ein Treffen mit dem Stasi-Offizier Terpe ohne Zustimmung seiner vorgesetzten Kirchenbehörde und demnach wohl konspirativ statt ? Der Stasi-Mann hatte Gauck telefonisch kontaktiert. Gauck hat dem MfS-Mann dann sogar weitere positive Gespräche im Sinne der DDR Regierenden in Aussicht gestellt. Gauck kündigte an, er werde von dem Gespräch mit Terpe den Landesbischof informieren. Ein solches Kirchen-Papier ist aber bis heute nicht aufgetaucht.

Das Treffen mit der Stasi fand in Gaucks Wohnung und nicht in einem Dienstzimmer der Kirche statt.

Pastor Gauck erklärte dem Hauptmann Terpe, er sei nicht gewillt, “mit nicht kompetenten Mitarbeitern des MfS Gespräche zu führen”, er würde sich von vornherein verbieten, “mit einem kleinen Leutnant des MfS zu sprechen”. – Das ist die Sprache eines Systemkonformen und nicht die eines Widerständlers . Mit “kleinen Mitarbeitern” lassen sich “große Dinge” nicht besprechen. Er wollte mit Entscheidungsträgern der Stasi direkt verhandeln und offenbart hatte er zu vielen Stasi-Mitarbeitern Kontakte.[1]

Erstaunlich ist, dass die Terpe-Papiere ebenso unauffindbar sind, wie der Artikel der Welt dazu vom 23. April 1991. Leider begann auch archive.org erst 1996 mit der Aufzeichnung und so ist dort auch nichts zu finden. Vielleicht kann hier ja ein findiger Leser Abhilfe schaffen.

Streitig ist der Umstand der Einstellung des “Operativen Vorgangs” (OV) um Joachim Gauck. Die einen wähnen hier den Handfesten Beweis für die Konspiration Joachim Gaucks mit der Stasi, andere wiederum sehen es als Bestechungsversuch seitens Terpe.

Eine tatsächliche Aufklärung der Fragen dürften hier Zeitzeugen, die Terpe-Papiere und entsprechende Forschungen bringen. Ohne eine sachliche Aufarbeitung der Vorwürfe jedoch, würde das Massaker an Wulff wie ein sonniger Tag am Strand aussehen und das Amt des Bundespräsidenten in seinen Grundfesten erschüttert werden. Die Vorwürfe in Verbindung mit der Leitung der Gauck-Behörde und Gerüchten über abhandegekommene Akten von diversen Politikern etc, dürfen hier nicht ungehört verhallen. Weiterer Schaden von dem höchsten Amt der Republik muss zwingend ferngehalten werden. So gebietet die bisher massiv unterdrückte Diskussion, eben jene schonungslose Aufklärung, für welche Joachim Gauck ja selbst eintritt.

Sollte also Herr Gauck tatsächlich für das Amt kandidieren, ist Aufklärung Staatsräson. Die Leser sind hier gebeten, den Artikel mit entsprechenden Hinweisen, egal ob für oder gegen diese Theorien, aufzuwerten. Leider kann ich selbst mir aus Mangel an Dokumenten kein abschließendes Urteil erlauben und wünsche mir somit nur eine sachliche Aufarbeitung der Thematik.

Carpe diem

[1] http://juergenmeyer.blogger.de/stories/2004089/

Ähnliche Artikel:

 

Der Inquisitor kommt

http://kommunismusblog.wordpress.com/2010/06/11/der-inquisitor-kommt

Veröffentlicht am Juni 11, 2010

Vorabdruck. Kein IM, aber auch kein »Stasi-Opfer«: Der ehemalige Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR, Joachim Gauck, bewirbt sich für das Amt des Bundespräsidenten

Erst in der Hitlerdiktatur, dann in der »DDR-Diktatur« gelebt: Joachim Gauck macht sich zum »Stasi-Opfer«, obwohl er mit dem Ministerium für Staatssicherheit kooperierte Foto: AP

Klaus Huhn erinnert mit seinem neuen Buch »Der Inquisitor kandidiert« an die für Joachim Gauck angelegte Akte des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR. Diese wird in der Publikation des jW-Autors vollständig wiedergegeben. An dieser Stelle veröffentlichen wir Auszüge aus Buch und Akte; Auslassungen sind mit eckigen Klammern gekennzeichnet. Zwischenüberschriften sind von der Redaktion eingefügt. jW dankt dem Verlag Edition ost für die Gewährung des Vorabdrucks.

Klaus Huhn signiert sein Buch auf dem Fest der Linken in der Berliner Kulturbrauerei am 19. und 20. Juni jeweils zwischen 11 und 13 Uhr am Stand »Unsere Buchempfehlungen für Sie«.

Die Funktion des ›Großinquisitors‹ in den neuen Bundesländern, des Mannes also, der die […] Papiere des Teufels für die Verhandlungen liefert, […] bekleidet der ›Sonderbeauftragte für die personenbezogenen Akten des MfS‹, Joachim Gauck. Ist er so ›heilig‹, wie dies die Inquisition von ihren Dienern forderte?« Ja, das hatte ich 1993 im »Neufünfland-Pitaval«1 geschrieben, und das hatte Gauck vielleicht gestört. Aber weit mehr dürfte ihn gestört haben, was auf den folgenden Seiten stand, denn darüber verlor er kein Wort – und hatte vielleicht triftige Gründe.

Ich fuhr damals fort: »Der Fernsehsender ZDF – so meldete die Hamburger Welt am 23. April 1991 – verbreitete, ›Gauck habe die vom MfS über ihn angelegten Akten mehrfach und über längere Zeit ohne Beisein anderer Personen eingesehen‹. Es fanden sich dennoch hinterher Papiere, die belegen, daß der Inquisitor Kontakte mit jenem Amte gepflegt hatte, das nicht nur in den Neu-Fünf-Ländern, sondern vor allem in Bonn und seinen Medien gern mit dem Leibhaftigen verglichen wurde.

Am 19. September 1995 publizierte der Tagesspiegel den Artikel einer Regina Mönch über Gauck, und die kam auf die ›böse Vokabel‹ zurück: ›Angegriffen wird Gauck vor allem aus den Reihen der PDS. Auf dem letzten Parteitag wurde ein Büchlein vertrieben, in dem Gauck als Großinquisitor vorkommt. Zum Vergleich für Gaucks Rolle heute dient der Fall eines Pariser Advokaten aus dem 17. Jahrhundert, der durch üble Nachrede und Inquisition auf dem Scheiterhaufen endete, nicht ohne zuvor grausam gefoltert worden zu sein. Ein Exhauptmann von der Stasi brüstet sich im folgenden mit banalen Kenntnissen über den damaligen Pfarrer, und er bedauert, daß sie Leuten wie Gauck nicht auf die Sprünge gekommen sind.‹« (Der Tagesspiegel, 19.9.1995)
Allein mit seiner Akte
Dies war eine schlichte Lüge, die nur so zu erklären war, daß Regina Mönch das Buch nie gelesen hatte. Denn wiedergegeben worden war in dem Buch eine »Stasi-Akte« und zwar eine, die Herrn Gauck betraf. Schon 1991 hatte der Spiegel (17/1991) vermeldet: »Was seit Wochen blubbert und schwelt, erfährt am Mittwoch voriger Woche im ZDF ein Millionenpublikum. Der Leiter von ›Studio 1‹, Bodo H. Hauser, meldet ›schwere Zweifel‹, daß der ›Herr der Stasi-Akten‹ integer genug ist. Als Kernstück eines Potpourris, in dem der schneidige Kommentarton Skandalöses unterstellt, wirft der Magazinmacher dem Behördenchef vor, seine persönlichen Unterlagen im Rostocker Stasi-Bezirksarchiv stundenlang allein eingesehen zu haben. Daß er Grund genug zur Diskretion gehabt haben könnte, schwingt dabei mit: Schließlich sei Gauck als Organisator des DDR-Kirchentages 1988 für den ›störungsfreien Ablauf‹ von der Staatssicherheit höchstselbst belobigt worden. Der Angeklagte bemüht sich um Gelassenheit. Seine Auffassung, die einzelnen Fallgeschichten möglichst unaufgeregt zu erörtern, soll jetzt auch für ihn selber gelten. ›Ich bin nie IM gewesen‹, sagt er milde und lächelt dabei.«

Der Spiegel hatte es damals nicht dabei belassen, sondern konstatiert: »So hängt ihm denn nun vor allem die Dummheit an, die Dokumente letzten Sommer ohne Begleitung geprüft zu haben. Sich dafür zu rechtfertigen, fällt ihm sichtlich schwer, und der FAZ scheint das zu reichen, ihr Gauck-Bild umzumalen.«

Klartext: Joachim Gauck hatte sich im Sommer 1990 – also noch vor dem »Beitritt« – in die Räumlichkeiten begeben, in denen das MfS die Akten aufbewahrte, hatte dort mutterseelenallein in den Akten gewühlt – einleuchtend, daß er vor allem seine in den Händen hatte –, und niemand weiß, ob er sie an Ort und Stelle liegenließ oder mitnahm.

In dem schon zitierten Wochenpost-Interview2 hatte ihn ein Leser gefragt: »Warum spielen Sie Ihre eigene Stasi-Affäre runter?«, und Gauck hatte geantwortet: »Ich hatte keine. Ich habe eine Stasi-Akte, einen operativen Vorgang, das ist eine klassische Opferakte.« Doch Gauck konnte sich nie von dem Verdacht befreien, belastendes Papier beiseite geschafft zu haben. Wieder und wieder wurde die Frage in den Medien gestellt und erörtert.

Im November 1995 war das Thema erneut in die Schlagzeilen geraten und wurde auf allen Fernsehkanälen diskutiert. Einer der renommiertesten TV-Rezensenten, Peter Hoff, machte sich die Mühe, verschiedene Sendungen zu verfolgen und schrieb für das Neue Deutschland auf, was ihn bewegt hatte: »Dieser Mann läßt frösteln. Ich bin wahrlich kein Sensibelchen, das verbietet mein Beruf. Bei Joachim Gauck versagte meine Kaltblütigkeit. Am Montag (dem 6. November 1995 – K. H.) saß er in der Runde um Lea Rosh beim ›Talk vor Mitternacht‹ (N 3), am Dienstag (dem 7. November 1995 – K. H.) war er Hauptperson bei ›Gespannt auf‹ (WDR). Es ist die schreckliche Selbstgerechtigkeit, die Gauck ausstrahlt, die das Gefühl der Kälte erzeugt, das mich früher auch bei seltenen Begegnungen mit den Teilhabern der Macht in der DDR beschlich, mit Schabowski beispielsweise. Eine Haltung, die dem Selbstzweifel nicht den geringsten Raum läßt und zu in jedem Fall definitiven Aussagen und Urteilssprüchen führt.

Joachim Gauck und ich gehören annähernd derselben Generation an, ich könnte mir vorstellen, daß wir denselben Zweifeln ausgesetzt waren. Einige Episoden unserer Biographien dürften einander gleichen. Auch ich bin evangelisch getauft, habe mich, obgleich dies nicht opportun war, konfirmieren lassen und suchte in den 50er und frühen 60er Jahren in der Jungen Gemeinde Zuflucht, weil mir die Oberschule wie die FDJ keine Antwort auf meine Fragen nach den Widersprüchen in der DDR-Gesellschaft nach Stalin geben konnten. Ich habe lernen müssen, mit meinem Lebenslauf in seiner Widersprüchlichkeit zu leben, ob mir das angenehm ist oder nicht.

Gauck hat seiner Biographie den entscheidenden Schliff gegeben, die sie nun von der seiner Generationsgenossen unterscheidet. Will man ihm glauben, so hat er nie unsere Zweifel gehabt, war er nie auch nur in Versuchung geraten, den Sozialismus als gesellschaftliche Alternative zu akzeptieren. Man könnte dem beurlaubten Pfarrer vorhalten, daß sich Festigkeit im Glauben erst in der Anfechtung erweist. Aber es ist fraglich, ob ihn ein solcher Vorwurf noch träfe. Gauck hat in seiner Biographie geschwärzt, was nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist.

Ein Beispiel: Am 17. April 1991 war ein Beitrag der ZDF-Sendung ›Studio 1‹ einer unbewiesenen Behauptung seitens der Superillu gewidmet, Joachim Gauck sei Stasi-Spitzel gewesen. Bei dieser Gelegenheit bestätigte der Rostocker Pastor im Interview, ein Hauptmann des MfS habe ihm nach dem Kirchentag 1988, ›seinen Dank (…) ausgesprochen‹ für die reibungslose Durchführung dieser Veranstaltung. Im gleichen Beitrag spielte auch die MfS-Akte ›Rostock/I 533/83‹ eine Rolle. Darin, so wurde im Beitrag dargelegt, bescheinigt ein MfS-Hauptmann dem Pastor, nach der erlaubten Ausreise seiner Söhne in den Westen und einer ihm genehmigten Westreise sei von Gauck ›kein Konfrontationskurs mit dem Staat mehr zu erwarten‹.

Ralf Merkel, Abteilungsleiter im Komitee zur Auflösung des MfS/AfNS, erklärte in der Sendung: ›Am 2. August 1990 erschien Gauck im Archiv in Rostock. Es wurde die Bereitstellung seiner Unterlagen verlangt. (…) bei der Durchsicht seiner Akten war keine weitere Person zugegen.‹ In der WDR-Sendung behauptete Gauck ohne Zögern, es seien seinerzeit ›viele Leute‹ dabeigewesen, als er für wenige Minuten in seine Akte Einsicht nahm. Dem widerspricht nicht allein das Statement von Ralf Merkel, der eindeutig sagte: ›Herr Gauck hat sich mehrere Stunden allein im Archiv aufgehalten‹ und sei hinterher nicht untersucht worden; auch ein Aktenvermerk, in der gleichen ZDF-Sendung zitiert, besagt, es sei am 2. August ›keine Person anwesend‹ gewesen.

Das bestätigte Gauck im Mai 1991 auf einer Pressekonferenz im IPZ Berlin3, von der die nächste Sendung von ›Studio 1‹ berichtete. Woran sich Gauck heute nicht mehr erinnern kann, wußte er damals noch genau, nämlich ›daß ich die Akten in einem auch den anderen Archivmitarbeitern zugänglichen Raum allein eingesehen habe‹ und fand dies ›nicht ungewöhnlich‹. Peter Michael Diestel, damals Innenminister der Regierung de Maizière, nannte Gaucks Handeln ›eindeutig illegal‹ und ›rechtswidrig‹.4

Lüge, Verdrängung – oder Arroganz der Macht, die auf die Vergeßlichkeit der Zeitgenossen baut und sich damit das Recht herausnimmt, die Geschichte und darin auch die eigene Biographie gemäß den aktuellen Opportunitäten zu ›korrigieren‹? – Menschliche Schicksale scheinen Joachim Gauck nicht zu interessieren.

Daß der PDS-Bundestagsabgeordnete Gerd Riege mit Stasi-Vorwürfen in den Selbstmord getrieben wurde, lag seiner Meinung nach nur daran, daß Riege die Gauck-Behörde nicht hatte wissen lassen, daß er sich von ihr ungerecht eingeschätzt fand. Und gab es nicht auch in der DDR Selbstmorde politisch Verzweifelter? – In beiden aktuellen Sendungen zeigte sich Joachim Gauck, um keine Antwort verlegen und den geborenen Demokraten herausstellend, als ein Mensch, dem die wichtigsten Tugenden eines Christen abgehen: Gnade und Barmherzigkeit. Und vielleicht neben der Liebe zu anderen Menschen auch die Liebe zur Wahrheit.« So Peter Hoff im Neuen Deutschland am 10. November 1995. […]
Die Welt veröffentlicht MfS-Akte
Der Streit um die Frage, ob da eine Akte existierte, ob es eine »Opferakte« war – wie Gauck behauptete –, war längst entschieden: Es gab eine! Die Welt hatte sie am 23. April 1991 abgedruckt, und ich habe diesen bis dahin von niemandem zitierten Nachdruck sowohl in meinem Buch »Neufünfland-Pitaval« (1993) als auch in »Der Fall Gauck« (1996)5 veröffentlicht. Der sonst oft und gern Rechtsanwälte bemühende Bundesbeauftragte hatte weder den Abdruck in der Welt noch in beiden Büchern moniert oder Rechtsmittel eingelegt. Ich hatte im »Fall Gauck« die Akte durch sich mir aufdrängende Fragen – 66 an der Zahl – »erweitert«. Nun, da er sich als Kandidat für die Wahl zum Bundespräsidenten nominieren ließ, kamen noch einige hinzu.

Und um einmal mehr Fehldeutungen zu begegnen: Es geht nicht darum, daß Gauck mit dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR zusammengearbeitet hat, sondern um seine persönliche »Wende« in dieser Frage. Als er sich entschlossen hatte, für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren, hatte er auf einer Pressekonferenz eine Rede gehalten und auch gesagt: »Als ich geboren wurde, war Krieg, und es herrschte eine finstere braune Diktatur. Und danach, zeit meiner Jugend und des Erwachsenenalters, da herrschte eine auch finstere, aber wieder andere Diktatur.« Wie er mit dieser Diktatur kooperierte, offenbart die Akte! Noch einmal: Sie war erstmalig in Die Welt vom 23. April 1991 mit einer Einleitung gedruckt worden. Die mir notwendig erscheinenden Fragen habe ich gleich eingefügt:

»Der Sonderbeauftragte für die personenbezogenen Akten des MfS, Joachim Gauck, ist in die öffentliche Diskussion geraten. Die Hauptkritik richtet sich gegen die Tatsache, daß frühere MfS-Angehörige in der Behörde arbeiten und auch jetzt, wenn es um die Wertung von Akten geht, erneut ›Berichte‹ schreiben. So soll es bei der Beschuldigung gegen Lothar de Maizière gewesen sein. Inzwischen wurde auch bekannt, daß das MfS Kontakt zu Gauck hatte. Zugleich meldete das ZDF, Gauck habe die vom MfS über ihn angelegten Akten mehrfach und über längere Zeit ohne Beisein anderer Personen eingesehen. Daraus war der Verdacht entstanden, Gauck könnte für seine jetzige Arbeit, so oder so, befangen sein. Der Welt liegt der Bericht über ein 90 Minuten dauerndes Gespräch vor, das der MfS-Hauptmann Terpe am 28. Juli 1988 mit Gauck geführt hat. Beim MfS war Gauck der Deckname ›Larve‹ gegeben worden. Die Welt veröffentlicht diesen Bericht als Beitrag zur Diskussion; aus Gründen der Authentizität ohne Korrektur der orthographischen und Zeichensetzungsfehler. (ms.)« Sodann folgten die Aktenauszüge.
Attraktivität des Sozialismus
[…] »Er nannte hier insbesondere Fragen der Ökologie, wobei er selbst die Ökologie als eine ernstzunehmende Wissenschaft bezeichnete und bedauerte, daß das ökologische Denken bei den Bürgern noch zu unterentwickelt ist und es höchste Zeit wird, auch durch einen eigenen Beitrag die Probleme, die sich durch Vernachlässigung der Forderungen aus der Ökologie ergeben, schnellstens zu lösen.

Durch den Mitarbeiter wurde Gauck gesagt, daß es hier auch Möglichkeiten gibt für Personen innerhalb der Kirche, wie auch außerhalb der Kirche, einen konkreten Beitrag zur Ökologie zu leisten, ihm wurde zum Beispiel gesagt, daß der Stadtrat für Umweltschutz und Wasserwirtschaft, Peter Struck, ständig eine Vielzahl von Arbeitskräften auf freiwilliger Basis sucht, die beispielsweise Dünenbepflanzungen durchführen und die auch in kleinerem Rahmen Forstarbeiten durchführen. Gauck entgegnete hierauf, daß es für ihn ein leichtes sei, bei Bedarf, in Koordinierung mit dem Rat der Stadt, solch einen Einsatz in Zusammenhang mit dem Rat der Stadt zu organisieren, um hier die benötigten Arbeitskräfte bereitzustellen.«

Knapp, aber unmißverständlich gefragt: Haben Sie, Herr Gauck, damals dem MfS angeboten, Teilnehmer für Subbotniks anzuwerben?
»Als einen negativen Fakt vor und während des Kirchentages nannte Gauck die seiner Meinung nach administrative Art und Weise des Eingreifens staatlicher Organe in das termingerechte Erscheinen einiger Kirchenzeitungen. Hierbei bezog er sich nicht nur auf die Mecklenburgische Kirchenzeitung, sondern nannte auch Kirchenzeitungen anderer Landeskirchen wie Thüringen, Sachsen und Görlitz. Er bezeichnete diese Maßnahme des Presseamtes innerhalb des Staatssekretariats für Kirchenfragen als Willkürakt, als nicht zeitgemäß und erklärte, daß durch solch eine Maßnahme politischer Schaden angerichtet wird, nicht nur bei Christen, der im Prinzip gar nicht wieder gutzumachen ist, und er sagte, daß diejenigen, die dafür verantwortlich sind, sich in den Augen der betreffenden Bürger nur lächerlich gemacht haben.«

Noch einmal muß gefragt werden: So unverblümt konnte man mit den Offizieren des MfS reden? Oder nur Personen, die als Vertraute galten? Und noch mal: Das soll eine »Opferakte« sein?
»Durch Gauck wurde abschließend eingeschätzt, daß ihn der Besuch eines Mitarbeiters des MfS im Ergebnis dieses Gespräches angenehm überrascht habe, daß der Inhalt dieses Gespräches ihn dazu veranlassen wird, seine Haltung zum MfS zu überdenken, obwohl er durch die/den verbalen Dialog mit dem Mitarbeiter des MfS noch nicht seine Auffassung zum MfS endgültig überholt hat. Er glaubt aber auch, daß das MfS einen echten positiven Beitrag zur Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft einbringen wird.«

Kein Schreibfehler? Nein, schwarz auf weiß: Das MfS leistet einen »echten positiven Beitrag zur Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft«. Das glaubte ein »Opfer«?
»In diesem Zusammenhang nannte er auch die große Verantwortung des MfS gegenüber dem Volk und bezog sich dabei auf die Stalin-Ära, wo es zu erheblichen Übergriffen der damaligen Sicherheitsorgane gegenüber dem Volk gekommen ist, und er warnte davor, solche Übergriffe wieder bei uns an die Tagesordnung kommen zu lassen, da irgendwann jeder durch das Volk zur Verantwortung gezogen wird und vor dem Volk Rechenschaft ablegen muß, wie er die ihm übertragene Verantwortung im Interesse des Volkes wahrgenommen hat.«

Kein Zweifel: Der Mann ist der »Richtige« für das Schloß Bellevue, denn endlich zöge dort jemand ein, der schon in der DDR Rechenschaft vor dem Volk legen wollte! Oder ließe sich das irgendwie anders deuten?
»Diese Ausführungen von Gauck wurden nicht in ablehnender Haltung geführt (…)«, heißt es in der Akte.

Hatte man Sie derart mißverstanden, Herr Gauck?
» (…) sondern dienten nur zur Erläuterung seines im Ergebnis des Gespräches entstandenen Eindrucks über die Arbeit des MfS wie auch über die Person des Mitarbeiters, der mit ihm das Gespräch geführt hat.

Gauck führte wiederholt aus, daß ihm das Gespräch viel gegeben hat, daß es aber für ihn und auch für das MfS wie auch für alle anderen, die im Staate Verantwortung tragen, darauf ankommt, zur generellen Bewältigung der Probleme, die in der gesellschaftlichen Entwicklung für ihn erkennbar sind, [daß es – jW] dringend notwendig ist, die Attraktivität des Sozialismus entscheidend zu steigern, daß, wie schon eingangs gesagt, die Bürger ein echtes Heimatgefühl entwickeln, daß sie in den Massenmedien wahrheitsgemäß Informationen erhalten, daß die Presse ein Spiegelbild ihrer sozialen Problematik darstellt und daß jegliche Schönfärberei der Vergangenheit angehört.«

Was aber, wenn dem (möglichen) Bewohner von Schloß Bellevue eines Tages einfiele, wieder die »Attraktivität des Sozialismus« nachweisen zu wollen? Müßte da nicht der Staatsschutz wegen »linker Aktivitäten« eingreifen? Und der BND eine Akte anlegen?
»Gauck wurde durch den Mitarbeiter erklärt, daß der von ihm beantragten Einreise seiner in die BRD übergesiedelten Kinder durch die zuständigen staatlichen Organe zugestimmt wird und daß der Einreise seiner Kinder nichts mehr im Wege steht.

Gauck zeigte sich bei dieser Äußerung des Mitarbeiters sehr bewegt und erklärte, daß er seit Jahren an der Übersiedlung seiner Kinder merklich zu leiden habe, daß ihn das stark belaste, und letzten Endes auch er versagt hat und nicht alles dafür getan hat, daß seine Kinder in der DDR blieben. Auf der anderen Seite machte er auch andere Personen, wobei er die Namen nicht nannte, für die Übersiedlung seiner Kinder verantwortlich.«

War je jemand ermittelt worden, der dem MfS so dienstbar gewesen war, daß eine Besuchseinreise seiner ausgereisten Kinder genehmigt wurde? Ich bekenne: Mir ist ein solcher Fall nie bekannt geworden.
»Durch den Mitarbeiter wurde Gauck gebeten, ob bei ihm die Bereitschaft vorliegt, bei Notwendigkeit ein weiteres Gespräch zu vereinbaren. Gauck antwortete hierauf, daß er nichts dagegen habe, wenn der Mitarbeiter bei einem konkreten Anlaß zu ihm den Kontakt aufnehme, daß er aber zu einem ständigen regelmäßigen Kontakt nicht bereit ist, da es seiner Grundauffassung widerspreche und es zu viele Dinge gibt, die zwischen uns stehen.«

Eine »Opferakte«? Das »Opfer« hatte keine Einwände, weitere Gespräche mit der »finsteren Diktatur« zu führen!

»Gauck informierte weiterhin, daß er im Ergebnis dieses Gespräches eine Informatin an den Landesbischof geben wird, und fragte den Mitarbeiter, ob er dagegen Einwände habe. Durch den Mitarbeiter wurde Gauck gesagt, daß es seitens seiner Person keine Einwände gibt. Danach wurde das Gespräch beendet. Gauck brachte den Mitarbeiter bis zum Hausausgang und verabschiedete sich von ihm nochmals. In diesem Zusammenhang fragte Gauck den Mitarbeiter, ob er seinerseits etwas dagegen hätte, wenn er ihn, wenn er ein Problem hätte, anrufen könnte und mit ihm ein Gespräch vereinbaren kann/könnte.«

Wieder verschlägt es einem die Sprache. Der Offizier der »Diktatur« verließ endlich die Gauck-Wohnung, aber Gauck hatte noch eine letzte Frage: Wie er ihn erreichen könne, wenn er ein »Problem« hätte? Bislang waren kaum »Stasi«-Akten bekannt geworden, in denen sich Gesprächsfreiwillige angeboten hatten. Wie könnte der Mann, der ins Schloß Bellevue ziehen will, dies der Öffentlichkeit erklären? Wie auf die Frage antworten: Haben Sie dem MfS-Hauptmann Terpe in Ihrer Wohnungstür die Frage gestellt, wie Sie ihn erreichen können, wenn Sie ein »Problem« hätten?
Anmerkungen der Redaktion

1 Harri Czepuck, Klaus Huhn, Annette Schneider: Neufünfland-Pitaval. Sammlung merkenswürdiger Gerichts- und Kriminalfälle, Berlin 1993, im Spotless Verlag

2 Dieses Interview ist nicht in unserem Vorabdruck enthalten

3 Gemeint ist das Internationale Pressezentrum in Ostberlin

4 Zwischen Diestel und Gauck entspann sich 2000/2001 ein Rechtsstreit, nachdem erster gesagt hatte: »Gauck war zweifelsfrei kein IM, hat aber ebenso zweifelsfrei Kontakt mit dem MfS gehabt. Etwa bei einem Gespräch 1988 zum Kirchentag Rostock. Gauck ist in klassischer Weise nach dem Stasiunterlagengesetz Begünstigter.« Am Ende einigte man sich in einem Vier-Augen-Gespräch. Diestel betonte, daß seine Äußerung über Gauck keine Rechtsverletzung darstelle

5 Sven Dorlach: Der Fall Gauck, Berlin 1996, im Spotless Verlag
Von Klaus Huhn

 

Wird der Stasi-Begünstigte Joachim Gauck neuer Bundespräsident?

http://juergenmeyer.blogger.de/stories/2004089

Freitag, 17. Februar 2012
Nach dem Rücktritt des Bundespräsidenten Wulff versucht Kanzlerin Merkel jetzt einen breiten Konsens ohne die demokratische Linkspartei im Lande zu erreichen.Die SPD und die Grünen mit ins Boot zu holen deutet darauf hin, dass sie den Stasi-Begünstigten Joachim Gauck zum Kandidaten für die Position des ersten Mannes im Staate machen will.
Zudem hat sie ihre Mehrheit in der Bundesversammlung inzwischen verloren und so kann sie einen eigenen Kandidaten nicht mehr durchdrücken.So kann sie ihre eigene damalige Nähe zur Stasi in DDR Zeiten gut kaschieren und die pauschale Diskriminierung ehemaliger Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit auf Mitglieder und ehemalige Sympathisanten der ehemaligen SED fokussieren.Der Stasi-Begünstigte Joachim Gauck ( Zitat des ehemaligen CDU Innenministers Peter-Michael Diestel) wäre eine schlechte Wahl fürs Land.
Nicht weil er eine damalige Nähe zur Stasi der DDR hatte und mit Stasi-Offizieren verhandelt hatte, sondern weil viele Linke mit gleicher Vergangenheit diskriminiert und aus dem Öffentlichen Dienst verbannt wurden, während Mitarbeiter der Stasi mit damaligen CDU Parteibuch oder aus Kirchenkreisen nicht entsprechend ausgrenzend behandelt wurden.Er lobte seinerzeit die Stasi und er wurde mit einem VW Bus für seine Kooperation entlohnt, der für DDR-Normalbürger unerreichbar war.

Natürlich brachte er es zum Westreisekader und seine enge Verflechtung in das DDR-System zeigt das Stasi-Terpe-Papier eindrucksvoll auf.

Dabei musste Gauck bereits am 21.4.2000 zittern, denn an diesem Tag wurde das brisante Terpe-Papier veröffentlicht. Die “Welt” hatte das Papier bereits am 23. April 1991 publiziert. Doch West-Lesern blieb die Kern-Problematik verborgen. Ihnen fehlten DDR-Intim-Kenntnisse.

Wer aber legt fest, wer Opfer und Täter der Stasi ist? Praktischer Weise die Gauck-Behörde selber.

Das Terpe-Papier reicht nach Aussage von Peter-Michael Diestel aus, ihn wie Tausende andere Menschen aus dem Öffentlichen Dienst zu verbannen. Gauck hatte den Stasi-Namen “Larve” und er ist nach Maßstäben seiner Behörde ein Täter und kein Opfer. Ein von der Stasi überprüfter und für gut befundener Täter, wie Stasi-Berichte über Gauck belegen. Daß Gauck im Öffentlichen Dienst verbleibt, wird im Osten als absolute Ungerechtigkeit und Siegerjustiz-Mentalität gewertet und missbilligt. Sonderschutz und Privilegien für einen willigen Vollstrecker der SED Herrschaft in der ehemaligen DDR ist eine noch harmlose Beschreibung dieses Umstandes.

Anmerkungen eines Ostdeutschen und als letzter DDR-Innenminister sicher auch eines Kenners der Materie und von Geheimdienst-Papieren zum Dossier von MfS-Hauptmann Terpe über seine Begegnung mit Larve/Gauck am 28. Juli 1988:

Gauck erklärte nach der Wende in der FAZ, die auch für ihn zuständige mecklenburgische Kirchenleitung habe vor der Wende jegliche Kontakte zur Stasi untersagt. Trotzdem fand ein Treffen mit dem Stasi-Offizier Terpe ohne Zustimmung seiner vorgesetzten Kirchenbehörde und demnach wohl konspirativ statt ? Der Stasi-Mann hatte Gauck telefonisch kontaktiert. Gauck hat dem MfS-Mann dann sogar weitere positive Gespräche im Sinne der DDR Regierenden in Aussicht gestellt. Gauck kündigte an, er werde von dem Gespräch mit Terpe den Landesbischof informieren. Ein solches Kirchen-Papier ist aber bis heute nicht aufgetaucht.

Das Treffen mit der Stasi fand in Gaucks Wohnung und nicht in einem Dienstzimmer der Kirche statt.

Pastor Gauck erklärte dem Hauptmann Terpe, er sei nicht gewillt, “mit nicht kompetenten Mitarbeitern des MfS Gespräche zu führen”, er würde sich von vornherein verbieten, “mit einem kleinen Leutnant des MfS zu sprechen”. – Das ist die Sprache eines Systemkonformen und nicht die eines Widerständlers . Mit “kleinen Mitarbeitern” lassen sich “große Dinge” nicht besprechen. Er wollte mit Entscheidungsträgern der Stasi direkt verhandeln und offenbart hatte er zu vielen Stasi-Mitarbeitern Kontakte. Er glaubt nämlich bei deren Mitarbeiten oftmals Neurosen erkennen zu können.

Ausführlich sprach Pastor Gauck über den Kirchentag in Rostock.

Gauck lobte den Dialog zwischen Christen und Marxisten, wie er mit Vertretern des Bereiches Marxismus/Leninismus auf dem Rostocker Kirchentag stattfand und er sprach sich für dessen Weiterführung aus. Er bedauerte, dass der SED-Chefideologe Reinhold daran leider nicht teilgenommen habe. Gauck biedert sich der DDR Führung regelrecht an.

Pastor Gauck wünschte sich für die DDR stabilisierende Veränderungen Gorbatschowscher Art. Er befürchtete, dass sich die positiven Zielsetzungen der DDR sonst nicht realisieren lassen. Gauck als DDR-Stabilisator.
Ausreisewilligen wollte er von ihrem Irrweg abbringen.

Gauck würdigte und erwähnte weiterhin seine vielen BRD-Reisen. Offensichtlich erhielt er viele Begünstigungen und Privilegien durch die DDR Machthaber und Behörden. Andere Millionen DDR Bürger wollten reisen und durften vor Eintritt ins Rentenalter nicht in den Westen reisen .

Intensiv wurde auch das Thema “Ausreise” und Übersiedler thematisiert.Terpe sagte: “Gauck äußerte, dass er selbst in seiner Gemeinde dahingehend wirksam werden will, dass er die ihm dort bekannten Übersiedlungsersuchenden durch Gespräche, mehrmalige Gespräche beeinflussen will, damit sie in der DDR bleiben.” Terpe dankte ihn ausdrücklich dafür. – Deutlicher kann man eine Bereitschaft zur Kooperation mit dem SED Staat kaum formulieren. Pastor Gauck nahm im Sinne des MfS, der SED, des Staates Ausreisewillige an die Brust.

Pastor Gauck beschimpfte Ausreisewillige, junge Angehörige der Intelligenz wie auch Ärzte und Jugendliche und er attestierte ihnen eine Unterentwicklung im Punkt Heimatgefühl”. Das Verschweigen politischer Beweggründe kann als Demutshaltung gegenüber dem MfS-Hauptmann gewertet werden.

Hauptmann Terpe dankte Pastor Gauck “für seine Initiativen und für seine langfristig gute Zusammenarbeit”. Ausdrücklich verwies der Stasi-Mann darauf, dass er nicht nur persönlich dankt, sondern dass der Dank vom Ministerium für Staatssicherheit insgesamt kommt.

Allein eine Passage dieser Art hat ausgereicht, Tausende Menschen aus ihrer Berufs- und Lebensbahn zu werfen und in der Bundesrepublik mit Berufsverbot zu bestrafen. .

Pastor Gauck erklärte, das Gespräch mit Hauptmann Terpe habe ihn angenehm überrascht, es habe ihm viel gegeben. Er glaube, “dass das MfS einen echten positiven Beitrag zur Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft einbringen wird”.

Gauck bot dem MfS-Mann dann sogar noch die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Ökologie an. Dies war für die Partei- und Staatsführung der DDR ein besonders sensibler politischer Bereich, in dem der gefürchtete Einfluss der Grünen aus der BRD vermutet wurde.

MfS-Hauptmann Terpe teilte Pastor Gauck mit, dass ihn seine in die BRD übergesiedelten Kinder ab sofort besuchen dürfen. Solch ein Vorrecht und Privileg vergab der Staat nicht ohne Gegenleistung. Ein Klient des Anwaltes Diestel , der als Jugendlicher die DDR verlassen hatte, wurde verhaftet, als er seine Mutter in Ost-Berlin besuchen wollte. Er wurde anderthalb Jahre ins Gefängnis gesteckt, bis ihn dann die Bundesrepublik mit Hilfe von Professor Vogel freikaufen durfte. Geldleistung der Bundesrepublik – welche Leistung bot Gauck?

Abschließend bat Pastor Gauck darum, den Kontakt zu MfS-Hauptmann Terpe halten zu dürfen. Der Stasi-Mann gewährte die Bitte. – Notiz des Hauptmanns zur Auswertung des Gesprächs: “Es wird vorgeschlagen, den OV Larve zu archivieren und einen IM-Vorlauf anzulegen.” Klartext: Stasi-Hauptmann Terpe war nach dem Gespräch davon überzeugt, Pastor Joachim Gauck bald als Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) in den Reihen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR zu haben. Als willigen, fähigen Mitarbeiter, als Marxismus/Leninismus-Sympathisanten.

Inzwischen ist Gauck mit diesen brisanten Fragen konfrontiert worden. Keine einzige Frage davon beantwortete er. Stattdessen wiegelt er ab und versucht, sich zu entlasten. Es läge ein Operativer Vorgang über ihn vor, der weise ihn als Opfer und nicht als Täter aus. Damit reagiert Gauck so, wie es IM gemeinhin tun: Er leugnet seine enge Stasi-Verbindung. Zudem erklärt Gauck, er werde gegen meine Aussagen über ihn keine juristischen Schritte unternehmen. Wie sollte er auch. Wenn die Stasi-Akten bei ihm genauso wenig oder genau so viel lügen, wie bei anderen, dann muss er sich das gefallen lassen.

Abermals rechnet Gauck damit, dass vor allem westliche Leser vieles aus dem Ost-Leben nicht entschlüsseln können. Deshalb einige Erläuterungen zum Operativen Vorgang, auf den Gauck zu seinem vermeintlichen Schutz erneut verweist. Dabei stütze Diestel sich auf Unterlagen aus seiner Gauck-Behörde!

MfS-Chef Mielke erklärte im Zusammenhang mit der Aufgaben bezogenen Suche, Auswahl, Überprüfung und Gewinnung von IM: “Es geht also insgesamt darum, die Anstrengungen wesentlich zu erhöhen, um unter operativ bedeutsamen Personen bzw. Personenkreisen Werbungen durchzuführen”. Folgerichtig wurde in der Richtlinie Nr. 1/79 für die Arbeit mit Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) und Gesellschaftlichen Mitarbeitern für Sicherheit (GMS) in § 4, Abs. 1 festgelegt: “Zur Erarbeitung von Ausgangsmaterial für die Gewinnung neuer IM sind alle politisch-operativen Arbeitsprozesse und deren Ergebnisse planmäßig und zielstrebig zu nutzen, insbesondere die Entwicklung und Bearbeitung Operativer Vorgänge …”

Hauptmann Terpe schloss den Operativen Vorgang, nachdem die Stasi zu Gauck ein “gutes Verhältnis” hergestellt und seine Bereitschaft zur weiteren engen Mitarbeit festgestellt hatte. Der MfS-Hauptmann schlug vor, einen IM-Vorlauf über Gauck anzulegen. Dazu stellt der § 1 (Grundsätze) der 1. Durchführungsbestimmung zur erwähnten Richtlinie Nr. 1/79 fest: Personen, die als IM-Kandidaten ausgewählt werden, sind IM-Vorläufe. Pastor Gauck, der sich als Widerständler und Bürgerrechtler feiern lässt, ein IM-Kandidat der Stasi!

Der IM-Vorlauf hatte nach Richtlinie 1/79, § 4, Abs. 1 u. a. “die Erarbeitung des Werbungsvorschlages” zur Aufgabe und sollte nach § 2, Abs. 2 in einer Akte “den Prozess der Gewinnung als IM” darstellen und festlegen, welche Aufgaben “mit der vorgesehenen Gewinnung” gelöst werden sollen, welche “Einsatzmöglichkeiten zur Lösung von Aufgaben des MfS” bestehen. Schließlich soll die IM-Vorlauf-Akte den “Bericht über die erfolgte Verpflichtung” enthalten. “Die Laufzeit der IM-Vorlauf-Akte wird auf neun Monate begrenzt.”

Man lasse sich also auch nicht von Gaucks Ablenkungsmanöver täuschen, die Stasi habe so und so viele IM auf ihn angesetzt. Eine solche Überprüfung des IM-Kandidaten gehörte zu den Pflichtübungen des MfS!

Eine weitere Überlegung zum Spannungsfeld “Täter-Opfer”, in dem sich Gauck als “Opfer” sieht. Schauen wir ins Stasi-Unterlagengesetz (StUG), in die heutige Bibel von Gauck. Wer “Betroffener” und “Dritter” (mithin “Opfer”) bzw. “Mitarbeiter” und “Begünstigter” (folglich “Täter”) ist, erläutern die Begriffsbestimmungen dieses Gesetzes im § 6. Ob Personen Mitarbeiter, Begünstigte, Betroffene oder Dritte sind, ist nach § 6, Abs. 8 gesondert festzustellen. Maßgebend für diese Feststellung ist, mit welcher Zielrichtung die Informationen in die Unterlagen aufgenommen wurden. Mit anderen Worten: Allein die Sichtweise des MfS als aktenführende Stelle ist für die Zuordnung maßgebend. Die Stasi wollte – siehe Terpe – die Zusammenarbeit mit Gauck intensivieren und ihn deshalb zunächst in den Status eines IM-Kandidaten erheben, um ihn schließlich als IM zu werben.

Das bedeutet nach StUG: Herr Gauck kann nicht – jedenfalls nicht ausschließlich, wie er es tut – den Status eines “Betroffenen” (“Opfers”) für sich in Anspruch nehmen.

Übrigens schließt das StUG aus der “Betroffenen”-Kategorie “Begünstigte” (folglich “Täter”) aus. Nach § 6 Abs. 6 StUG zählen zu den “Begünstigten” auch Personen, die vom MfS wesentlich gefördert worden sind. Nicht nur sein vorgesehener IM-Einsatz klassifiziert Pastor Gauck mindestens als “Begünstigten” im Sinne des StUG. Mithin ist Gauck nach diesem Gesetz der “Täter”-Seite zuzuordnen.

Kurzum: Der Einsatz von Gauck als IM war von der Stasi innerhalb einer überschaubaren Frist vorgesehen. Eine Kleinigkeit kam dazwischen: die Wende. Wendig wendete sich Gauck vom Machtfaktor MfS ab und dem neuen Machtfaktor zu. Als wiederum dieser 1998 seine Wende erlitt, wendete sich Gauck wendig dem gegenwärtigen Machtfaktor zu. Wie bezeichnete man früher einen solchen Charakter?

Unser Grundgesetz garantiert Gleichbehandlung vor dem Gesetz. Deshalb bleibe ich dabei: Gauck ist kein Opfer sondern Täter nach den Maßstäben seiner eigenen Behörde. . Er gehört aus dem Öffentlichen Dienst entlassen.

Streng genommen kann er sogar als Stasi IM bezeichnet werden, weil laut Auskunft seiner Nachfolgerin Birthler auch jemand als Stasi IM gelten kann, der nie eine Stasi-IM-Verpflichtungserklärung unterschrieben hat, wenn die Akten eine solche Zusammenarbeit faktisch hergeben.

IDEOLOGIE VON GAUCK HEUTE :

Joachim Gauck ist Mitglied der Atlantik-Brücke. Der Verein fördert laut Satzung das Verständnis zwischen Deutschland und anderen Staaten, insbesondere natürlich die USA und Kanada. Derzeitiger Vorsitzender ist der markradikale und neoliberale Friedrich Merz, der mitten in der größten Weltwirtschaftskrise ein Buch herausgegeben hat, mit dem bezeichnenden Titel Mehr Kapitalismus wagen. Auf der Webseite des Vereins ist an erster Stelle ein Grußwort von George W. Bush hinterlegt, als Ehrenvorsitzender wird Dr. Walther Leisler Kiep ausgegeben. Im Vorstand sind Namen wie Prof. Dr. Michael Hüther, Roland Berger, Eckart von Klaeden oder Guido Westerwelle (Mitgliedschaft ruht während seiner Tätigkeit als Außenminister) zu finden. Aus dieser Mitte möchte ich keinen Bundespräsidenten sehen.

Ferner ist Joachim Gauck Mitglied der Deutschen Nationalstiftung. Die Stiftung hat unter anderem 10 Thesen veröffentlicht, wie unser Land umgebaut werden soll. Eine Auswahl

Umbau der Sozialversicherungen
Längeres Anhalten der Realeinkommen
Deregulierung, Privatisierung allen Ortes
Export, Export, Export fördern
Förderung des Wettbewerbs und Privatisierung der Universitäten
Mehr Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger
Sozialabbau vorantreiben
Soziale Marktwirtschaft schrittweise in eine freie Marktwirtschaft umwandeln
Hier sind klare Überschneidungen und ideologische Gemeinsamkeiten mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zu erkennen. Die Ziele beider Organisationen sind offensichtlich: Der Sozialstaat soll noch weiter abgebaut werden, der Wettbewerb, die Wirtschaft soll eine übergeordnete Rolle bekommen, ein Hire-and-Fire-System installiert werden. http://www.fixmbr.de/ich-lass-mich-nicht-vergauckeln/

Ich lass mich nicht vergauckeln
www.fixmbr.de

Außerdem log Gauck als Leiter der Stasi-Behörde und war insofern dem Wulff-Lügen-Syndrom verfallen. Er verschwieg nach Anfrage der PDS-Bundestagsfraktion die Existenz von zig ehemaligen Stasimitarbeitern 2007 in der Gauck-Behörde.
79 Stasileute waren unter Gauck in der Stasibehörde beschäftigt. War er beispielsweise wegen des VW Busses, den er wohl über Kontakte der Stasi in DDR Zeiten erhalten hat, durch die Stasi erpressbar?
http://www.tagesspiegel.de/politik/stasi-unterlagenbehoerde-als-joachim-gauck-eine-falsche-auskunft-gab/6228620.html

Gauck lobt auch den Rassisten Sarrazin über den Klee und er beleidigt sozial Ausgegrenzte, Hartz-IV-Bezieher und sozial Schwache insgesamt.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,720914,00.html

Zitat
“Bei der Versorgung wollen selbst diejenigen integriert sein, die unsere Kultur ablehnen, sie sogar bekämpfen und denunzieren”, sagte Gauck. Dies sei “ein merkwürdiger Zustand, und der kann nicht unbesprochen bleiben”, fügte er hinzu.

Also wer deutsche Volksmusik und deutsche Schlager ablehnt, soll auch keine Sozialleistungen erhalten und darf in diesem Lande verhungern und erfieren !

Die globalisierungskritische Occupy-Bewegung gegen die Finanzdiktatur der Banken und die Montagsdemos hält er als angeblicher ehemaliger DDR Bürgerrechtler und als jetziger neoliberale Marktradikale für albern und er lehnt sie ab.
http://derstandard.at/1318726011676/Occupy-Wall-Street-Gauck-haelt-Protest-fuer-unsaeglich-albern?seite=4

Zudem besteht der dringende Verdacht, dass Gauck Teile seiner Stasi-Akte selber beiseite geschafft haben könnte. So durfte er im Rostocker Stasi-Archiv stundenlang und unbeobachtet seine Stasi-Unterlagen einsehen und vielleicht auch mitgehen lassen.

Zitat
Der Leiter von ›Studio 1‹, Bodo H. Hauser, meldet ›schwere Zweifel‹, daß der ›Herr der Stasi-​Akten‹ integer genug ist. Als Kern­stück eines Pot­pourris, in dem der schnei­dige Kom­men­tarton Skan­da­löses unter­stellt, wirft der Maga­zin­ma­cher dem Behör­den­chef vor, seine per­sön­li­chen Unter­lagen im Ros­to­cker Stasi-​Bezirksarchiv stun­den­lang allein ein­ge­sehen zu haben.

Klar­text: Joa­chim Gauck hatte sich im Sommer 1990 – also noch vor dem »Bei-tritt« – in die Räum­lich­keiten begeben, in denen das MfS die Akten auf­be­wahrte, hatte dort mutterseelen­allein in den Akten gewühlt – ein­leuch­tend, daß er vor allem seine in den Händen hatte –, und nie­mand weiß, ob er sie an Ort und Stelle lie­gen­ließ oder mitnahm.
Ralf Merkel, Abtei­lungs­leiter im Komitee zur Auf­lö­sung des MfS/​AfNS, erklärte in der Sen­dung: ›Am 2. August 1990 erschien Gauck im Archiv in Ros­tock. Es wurde die Bereit­stel­lung seiner Unter­lagen ver­langt. (…) bei der Durch­sicht seiner Akten war keine wei­tere Person zugegen.‹ In der WDR-​Sendung behaup­tete Gauck ohne Zögern, es seien sei­ner­zeit ›viele Leute‹ dabei­ge­wesen, als er für wenige Minuten in seine Akte Ein­sicht nahm.

Dem wider­spricht nicht allein das State­ment von Ralf Merkel, der ein­deutig sagte: ›Herr Gauck hat sich meh­rere Stunden allein im Archiv auf­ge­halten‹ und sei hin­terher nicht unter­sucht worden; auch ein Akten­ver­merk, in der glei­chen ZDF-​Sendung zitiert, besagt, es sei am 2. August ›keine Person anwe­send‹ gewesen.

Das bestä­tigte Gauck im Mai 1991 auf einer Pres­se­kon­fe­renz im IPZ Berlin3, von der die nächste Sen­dung von ›Studio 1‹ berich-​tete. Woran sich Gauck heute nicht mehr erin­nern kann, wußte er damals noch genau, näm­lich ›daß ich die Akten in einem auch den anderen Archiv­mit­ar­bei­tern zugäng­li­chen Raum allein ein­ge­sehen habe‹ und fand dies ›nicht unge­wöhn­lich‹. Peter Michael Die­stel, damals Innen­mi­nister der Regie­rung de Mai­zière, nannte Gaucks Han­deln ›ein­deutig illegal‹ und ›rechtswidrig‹.

http://www.meinpolitikblog.de/der-inquisitor-kandidiert

Die Politikerkaste lernt auch nach dem Reinfall mit Wulff immer noch nichts dazu. Die politische Klasse hofiert nach wie vor Maschmeyer-Gauck-Kungel-Connection. Kir Royal!
http://b-event.com/details.php?image_id=39004&search_id=34630&site=2&person=Joachim&gallery_id=1035&limit=15

Netzwerk Atlantik-Brücke
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=2667163159071&set=a.1049723684095.2008421.1255812739&type=1&theater

Vgl. (vgl. Spiegel 17/91) Über seine Archiv-Studien im Stasi Archiv von Rostock im Sommer 1990

Das Gespräch von Gauck mit Stasi-Hauptmann Terpe fand mit Gauck am 28.7.88 mit dem MfS-Mitarbeiter statt.

PDF über verheimlichte Stasimitarbeiter in der Gauckbehörde unter der Führung von Gauck
http://www.wikileaks.org/wiki/Stasi-in-bstu.pdf

Ein Stinkstiefel namens Gauck
http://www.taz.de/!88071/

Dabei lehnte Angela Merkel Gaucks Nominierung anfänglich kategorisch ab. Erst nach Festlegung der FDP auf Gauck fühlte sie sich in die Enge getrieben. Sie soll gegenüber FDP Chef Rössler einen Tobsuchtsanfall wegen der Festlegung auf Gauck im Kanzleramt bekommen haben. Sie drohte der FDP sogar mit der Entlassung sämtlicher Minister und die Koalition stand wohl kurz vor dem Haus. Vielleicht befürchtet sie, dass durch die Nominierung von Gauck ihre mögliche Stasi-Vergangenheit noch einmal breit thematisiert wird .

Zitat
– Die Bundeskanzlerin ist im Ausnahmezustand. Getobt, geschrien habe Angela Merkel an diesem denkwürdigen Sonntagnachmittag im Kanzleramt. In einem Vier-Augen-Gespräch mit Vizekanzler Philipp Rösler. So vehement, dass es viele mitbekamen. Sogar die Koalitionsfrage stellt sie zum Erschrecken von Unionsmitgliedern – und droht, die FDP-Minister auch rausschmeißen zu können. “Wollt Ihr das?”, brüllte sie den Chef des kleinen Koalitionspartners FDP an.

Der Reihe nach: Merkel versichert sich in einer Pause der Verhandlungen über einen überparteilichen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt per Telefonschalte, ob ihre CDU-Präsidiumsmitglieder wie sie selbst gegen den DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck sind. Begonnen habe sie das Gespräch mit der Festlegung, der Favorit von SPD und Grünen komme für sie nicht in Frage, Gauck sei ein Mann der Vergangenheit und für das Amt nicht breit genug aufgestellt, heißt es am Montag in CDU-Kreisen.

http://www.gmx.net/themen/nachrichten/praesidentenwahl/268t022-merkel-im-ausnahmezustand#.A1000146

In Wahrheit ist die Nominierung von Gauck also die schwerste Niederlage von Angela Merkel in ihrer Karriere als Kanzlerin.

75 bis 80 Prozent der Ostdeutschen sind gegen Gauck Daraufhin bricht das MDR-TV die Umfrage ab
http://cajarore.wordpress.com/2012/02/20/eine-kurze-gauck-umfrage-beim-mdr/

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=2965326365015&set=o.300865353302568&type=1&theater

https://acta-orga.piratenpad.de/gauck?

Zudem vertritt Gauck Neonazi-Ideologie bezüglich der Oder-Neisse-Grenze zu Polen, die er nur noch wie die Nazis es tun, in großdeutscher Denkweise in Frage stellt.

Zitat
Verständnis für die Ablehner der Oder-Neiße-Grenze
Gut verstehen kann Gauck hingegen den uralten Unmut der Vertriebenen über die Oder-Neiße-Grenze zu Polen; sonst vor allem eine Herzensangelegenheit des rechten Unionsflügels. “Einheimischen wie Vertriebenen galt der Verlust der Heimat als grobes Unrecht, das die Kommunisten noch zementierten, als sie 1950 die Oder-Neiße-Grenze als neue deutsch-polnische Staatsgrenze anerkannten“, schrieb er in seinem 1998 erschienenen Nachwort zur deutschen Ausgabe des “Schwarzbuch des Kommunismus”. Gauck erwähnt mit keinem Wort, dass auch die Westalliierten die Abtretung der Ostgebiete und die Ausweisung der Deutschen als Konsequenz des Krieges sahen. Schon Willy Brandts Ostpolitik war zukunftsgewandter als diese unversöhnliche Haltung. Der Antrittsbesuch des neuen Bundespräsidenten in Polen wird sicher kein Zuckerschlecken.
http://www.stern.de/politik/deutschland/2-die-politische-agenda-des-praesidentschaftskandidaten-joachim-gauck-der-anti-linke-1789306.html

http://juergenmeyer.blogger.de/stories/2006708/
http://juergenmeyer.blogger.de/stories/2006399/

https://www.facebook.com/notes/r%C3%BCdiger-heescher/lebenslauf-von-joachim-gauck-in-der-ddr/375254825819242

Während manche Stasi IM s von Gauck in den Selbstmord getrieben wurden, hat man andere Stasi IM s mit CDU Parteibuch wie Lothar de Maiziere ( IM Czerny) hofiert und zum Ministerpräsidenten gemacht und hofiert. Gauck steuerte in widerlicher Art und Weise das Schicksal der Menschen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Karlheinz_Sch%C3%A4dlich

Zitat Sarrazin: Ich schätze Gauck sehr. Zwei gute Freunde kann niemand trennen.
http://www.berliner-zeitung.de/politik/neuer-bundespraesident-sarrazin—ich-schaetze-gauck-sehr-,10808018,11679202.html

Gaucksche Sätze
http://www.jungewelt.de/2012/02-22/106.php

http://www.netzticker.com/allgemein/gauck-lehnt-staatsakt-fur-die-opfer-des-rechten-terrors-ab/111837 Gauck lehnt Staatsakt für Nazi-Terror-Opfer ab

Die Webseite ‘principiis-obsta.blogspot.com’ erinnert daran, daß Gaucks Vater unter Adolf Hitler († 1945) Marineoffizier und unter Walter Ulbricht († 1973) Schiffskapitän war.

Im Jahr 1951 wurde er von einem sowjetischen Gericht aufgrund zahlreicher Zeugenaussagen und Unterlagen verurteilt, weil er während der NS-Zeit an der Erschießung politischer Gefangener teilgenommen hatte.http://www.kreuz.net/article.14733.html

http://iknews.de/wp-content/uploads/2012/02/Die-Welt_Nr.94_23.04.1991_Seite-8.jpg

http://nuoviso.tv/aktuelles/534-bundespraesident-gauck-mit-gott-fuer-krieg-und-euro-diktatur

Wann wird Angela Merkels Stasiakte veröffentlicht?
http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?f=5&t=10010

Gauck als Holocaust-Relativierer und damit als Verfassungsfeind und zudem lehnt er die Oder-Neisse-Friedensgrenze zu Polen wie NPD Chef Pastörs ab.
Wehret den Anfängen und genau deshalb will er keine zentrale Gedenkfeier für die Neonazi-Terror-Opfer Gauck ist eine Schande für das Land.
http://www.taz.de/!88277/

Zitat Gauck zum Holocaust: So könnte auch ein NPD-Funktionär argumentieren!

“Unübersehbar gibt es eine Tendenz der Entweltlichung des Holocausts. Das geschieht dann, wenn das Geschehen des deutschen Judenmordes in eine Einzigartigkeit überhöht wird, die letztlich dem Verstehen und der Analyse entzogen ist. Offensichtlich suchen bestimmte Milieus postreligiöser Gesellschaften nach der Dimension der Absolutheit, nach dem Element des Erschauerns vor dem Unsagbaren. Da dem Nichtreligiösen das Summum Bonum – Gott – fehlt, tritt an dessen Stelle das absolute Böse, das den Betrachter erschauern lässt.
Das ist paradoxerweise ein psychischer Gewinn, der zudem noch einen weiteren Vorteil hat: Wer das Koordinatensystem religiöser Sinngebung verloren hat und unter einer gewissen Orientierungslosigkeit der Moderne litt, der gewann mit der Orientierung auf den Holocaust so etwas wie einen negativen Tiefpunkt (…) Würde der Holocaust aber in einer unheiligen Sakralität auf eine quasireligiöse Ebene entschwinden, wäre er vom Betrachter nur noch zu verdammen und zu verfluchen, nicht aber zu analysieren, zu erkennen und zu beschreiben. Wir würden nicht begreifen.”

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=2988680790934&set=p.2988680790934&type=1&theater
Den Nazis passt Gauck gut ins Konzept

Das Terpe Papier kommentiert

Aufgrund der aktuellen Entwicklung mit dem Rücktritt von Christian Wulff als Bundespräsident der BRD Treuhandgesellschaft und der anscheinend schon völlig klaren Wahl von Joachim Gauck als neuer Bundespräsident, möchte ich heute ein Dokument veröffentlichen, welches mit schon seit längerem vorliegt. Die Echtheit des Dokuments mag ich nicht bezeugen, aber die Aussage darin ist schon sehr erschreckend und passt zur aktuellen Situation.

Während Angela Merkel nachgesagt wird, sie hätte für die Staatssicherheit als IM Erika gearbeitet, verhält es sich bei Joachim Gauck ähnlich. Er soll angeblich unter dem Decknamen IM Larve für die STASI gearbeitet haben.

Weiter interessante Informationen zu Gauck finden Sie in einem Artikel vom honigmann

 

Hier nun das Dokument.Es handelt sich um ein Telegramm von Erich Mielke datiert am 01.07.1991 mit folgendem Inhalt:

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Abschlußbericht über die Auflösung unseres Ministeriums für Staatssicherheit / des Amtes für Nationale Sicherheit

 

letzte Meldung:

 

Genossen!

Es ist uns gelungen unser MfS/AfNS in kurzer Zeit”aufzulösen”. Dank! Dank! Dank!

Die wichtigsten Unterlagen befinden sich im Besitz unserer Freunde.

Durch unsere Umsicht ist es gelungen, den Bürgerkommiteen den Zugriff auf brisantes Aktenmaterial zu entziehen.

Unsere bewährten OibE und IM in Schlüsselpositionen sind wie geplant in ihre politischen Ämter gelangt.

Unsere fähigsten Mitarbeiter und Offz. haben ihre Positionen in der Wirtschaft eingenommen. Vorrang hatte dabei die Besetzung von Schlüsselstellungen im Operationsgebiet. (BRD-West)

Genossen!

Ihr kennt die komplizierte Situation, in der sich unser Land befindet.

Rücken wir wieder enger zusammen und festigen unsere Reihen.

Es geht um die Perspektive unserer Heimat !

 

gez. Mielke Armeegeneral

 

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hier das Dokument:

 

 

Auf Wiedersehen, Herr Gauck

http://www.freitag.de/politik/0018-wiedersehen-herr-gauck

 

WENDIGER PASTOR | 28.04.2000 00:00 | Peter-Michael Diestel

Freitag,

Die Wetterfahne von Pastor, Bürgerrechtler und Aktenverweser Gauck hat sich nach der verlorenen Wahl von CDU/CSU in den rosarotgrünen Wind gedreht. In den wenigen Monaten verbleibender Amtszeit erwartet er nichts mehr von den Verlierern, wohl aber einen pompösen Abschied von den gegenwärtig Regierenden. Er fühlt sich von Rosarotgrün derart beschützt und in ihrem politischen Bett unangreifbar, dass er öffentlich gegen Kohl Front macht. Undenkbar vor wenigen Monaten. Da gerierte er sich noch in schleimiger Servilität. Charakterlump nannte man früher jemanden, der sich borniert, undankbar und selbstsüchtig gegen die wendet, die ihn einst förderten. Dabei hätte er allen Grund, zitternd zu schweigen; denn das Terpe-Dossier (siehe Freitag, 21.4.2000) ist für ihn voller Brisanz.

Das hatte er mit Angstschweiß auf Stirn und Rücken bereits nach dem Abdruck der Akte in der “Welt” vom 23. April 1991 erkannt. Er musste befürchten, dass sich die Akte auch anderen erschloss. Doch West-Lesern blieb sie unzugänglich. Ihnen fehlten DDR-Intim-Kenntnisse. Ost-Leser indes wurden zum Terpe-Papier nicht gehört oder als Regime-Anhänger mit der Unterstellung abgetan, den ehrbaren Bürgerrechtler Gauck ans Messer liefern zu wollen. Gauck konnte aufatmen. Und sich vehement für den Passus im Stasi-Unterlagengesetz einsetzen, dass Opferakten nur mit Zustimmung der Opfer an Journalisten, Historiker etcetera herausgegeben werden dürfen. Wer aber legt fest, wer Opfer und Täter ist? Die Gauck-Behörde. Es ist hohe Zeit, über all das intensiv nachzudenken, was mit dem unseligen DDR-Stasi-Erbe zusammenhängt.

Seitdem ich die Demaskierung Gaucks in der Welt vom 23. April 1991 gelesen habe, weiß, sage und schreibe ich: Das Terpe-Papier reicht aus, ihn wie Tausende andere aus dem Öffentlichen Dienst zu verbannen. Gauck mit dem Stasi-Namen “Larve” ist nach Maßstäben seiner Behörde ein Täter. Ein von der Stasi überprüfter Täter, wie Stasi-Berichte über Gauck belegen. Daß Gauck im Öffentlichen Dienst verbleibt, wird im Osten als Ungerechtigkeit gewertet und missbilligt. Sonderschutz für einen willigen Vollstrecker ist eine noch harmlose Beschreibung dieses Umstandes.

Anmerkungen eines Ostlers und als letzter DDR-Innenminister sicher auch eines Kenners der Materie zum Dossier von MfS-Hauptmann Terpe über seine Begegnung mit Larve/Gauck am 28. Juli 1988:

Gauck erklärte nach der Wende in der FAZ, die auch für ihn zuständige mecklenburgische Kirchenleitung habe vor der Wende jegliche Kontakte zur Stasi untersagt. Über eine ihn betreffende Ausnahmeregelung teilte er nichts mit. Fand sein Treffen mit dem Stasi-Offizier also ohne Zustimmung seiner vorgesetzten Kirchenbehörde, demzufolge konspirativ statt? Der Stasi-Mann hatte sich am Abend vor dem Treffen telefonisch gemeldet – informierte Gauck sofort seine Kirchenleitung, den Landesbischof? Gauck hat dem MfS-Mann weitere Gespräche in Aussicht gestellt. War sein freundliches Anerbieten von der Kirchenbehörde gedeckt? Gauck kündigte an, er werde von dem Gespräch mit Terpe den Landesbischof informieren. Fand dies statt? Wenn ja, mit welcher Erwiderung vom Landesbischof? Existiert ein kirchliches Papier, das Auskunft über das Treffen Gauck-Terpe gibt?

Warum fand das Treffen in Gaucks Wohnung und nicht in einem Dienstzimmer der Kirche statt?

Pastor Gauck erklärte dem Hauptmann Terpe, er sei nicht gewillt, “mit nicht kompetenten Mitarbeitern des MfS Gespräche zu führen”, er würde sich von vornherein verbieten, “mit einem kleinen Leutnant des MfS zu sprechen”. – Das scheint mir nicht die Sprache eines Widerständlers zu sein, sondern die eines Mitmachbereiten. Mit “kleinen Mitarbeitern” lassen sich “große Dinge” nicht besprechen.

Bei vielen MfS-Mitarbeitern glaubt Gauck neurotische Züge zu erkennen, klärt er Terpe auf. Mit wie vielen Stasi-Leuten pflegte der Pastor Umgang, um sich ein solches Urteil bilden zu können?

Ausführlich sprach Pastor Gauck über den Kirchentag in Rostock – mit Billigung seiner Kirche, seines Bischofs? Hatte Gauck in Vorbereitung des Kirchentages mit der Stasi zu tun? Mit Zustimmung der Kirche und des Bischofs? Existiert darüber bei der Kirche ein Papier? Weitere bei der Stasi?

Pastor Gauck rühmte den Dialog zwischen Christen und Marxisten, wie er mit Vertretern des Bereiches Marxismus/Leninismus auf dem Rostocker Kirchentag stattfand, und sprach sich für dessen Weiterführung aus. Er bedauerte, dass der SED-Chefideologe Reinhold daran nicht teilgenommen hatte. – Da wird kein standfester Bürgerrechtler oder Dissident erkennbar, vielmehr einer, der sich der anderen Seite anbiedert.

Pastor Gauck wünschte sich für die DDR stabilisierende Veränderungen Gorbatschowscher Art. Er befürchtete, dass sich die positiven Zielsetzungen der DDR sonst nicht realisieren lassen. Gauck als DDR-Stabilisator.

Gauck führt seine BRD-Reisen an. – Warum und wofür erhielt er diese Vergünstigung durch die DDR-Behörden? Millionen wollten reisen und durften nicht.

Großen Raum nahm im Gedankenaustausch Gauck-Terpe das Problem DDR-Übersiedler ein. Terpe: “Gauck äußerte, dass er selbst in seiner Gemeinde dahingehend wirksam werden will, dass er die ihm dort bekannten Übersiedlungsersuchenden durch Gespräche, mehrmalige Gespräche beeinflussen will, damit sie in der DDR bleiben.” Terpe dankte dafür. – Deutlicher kann man eine Zusammenarbeitsbereitschaft kaum formulieren. Pastor Gauck nahm im Sinne des MfS, der SED, des Staates Ausreisewillige an die Brust.

Pastor Gauck beschimpfte ausreisewillige junge Angehörige der Intelligenz wie auch Ärzte und Jugendliche, sie besäßen “nur eine Unterentwicklung im Punkt Heimatgefühl”. Das Verschweigen politischer Gründe kann als Demutshaltung gegenüber dem MfS-Hauptmann gewertet werden.

Hauptmann Terpe dankte Pastor Gauck “für seine Initiativen und für seine langfristig gute Zusammenarbeit”. Ausdrücklich verwies der Stasi-Mann darauf, dass er nicht nur persönlich dankt, sondern dass der Dank vom Ministerium für Staatssicherheit insgesamt kommt. – Wofür, Herr Gauck? Allein eine Passage dieser Art hat ausgereicht, Tausende Menschen aus ihrer Berufs- und Lebensbahn zu werfen.

Pastor Gauck erklärte, das Gespräch mit Hauptmann Terpe habe ihn angenehm überrascht, es habe ihm viel gegeben. Er glaube, “dass das MfS einen echten positiven Beitrag zur Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft einbringen wird” – Auch diese Passage wäre anderen zum Verhängnis geworden.

Gauck bot dem MfS-Mann die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Ökologie an. Dies war für die Partei- und Staatsführung der DDR ein besonders sensibler politischer Bereich, in dem der gefürchtete Einfluss der Grünen aus der BRD vermutet wurde. Gaucks Anerbieten dürfte vom MfS zur Kenntnis genommen worden sein.

MfS-Hauptmann Terpe teilte Pastor Gauck mit, dass ihn seine in die BRD übergesiedelten Kinder ab sofort besuchen dürfen. – Solch ein Privileg vergab der Staat nicht ohne Gegenleistung. Ein Klient von mir, der als Jugendlicher die DDR verlassen hatte, wurde verhaftet, als er seine Mutter in Ost-Berlin besuchen wollte. Er wurde anderthalb Jahre ins Gefängnis gesteckt, bis ihn dann die Bundesrepublik mit Hilfe von Professor Vogel freikaufen durfte. Geldleistung der BDR – welche Leistung bot Gauck?

Pastor Gauck fragte den Stasi-Mann Terpe, ob er etwas dagegen habe, wenn er – Gauck – den Landesbischof über das Gespräch informiert – Gauck servil. Wer vorhat zu unterrichten, fragt nicht, der teilt mit: Ich informiere.

Abschließend bat Pastor Gauck, Kontakt zu MfS-Hauptmann Terpe halten zu dürfen. Der Stasi-Mann gewährte die Bitte. – Notiz des Hauptmanns zur Auswertung des Gesprächs: “Es wird vorgeschlagen, den OV ›Larve‹ zu archivieren und einen IM-Vorlauf anzulegen.” Klartext: Stasi-Hauptmann Terpe war nach dem Gespräch davon überzeugt, Pastor Joachim Gauck bald als Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) in den Reihen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR zu haben. Als willigen, fähigen Mitarbeiter, als Marxismus/Leninismus-Sympathisanten. Was nach Lektüre des Dossiers zu verstehen ist.

Inzwischen ist Gauck mit meinen für ihn brisanten Fragen konfrontiert worden. Keine einzige davon beantwortet er. Stattdessen wiegelt er ab und versucht, sich zu entlasten. Es läge ein Operativer Vorgang über ihn vor, der weise ihn als Opfer und nicht als Täter aus. Damit reagiert Gauck so, wie es IM gemeinhin tun: Er leugnet seine enge Stasi-Verbindung. Zudem erklärt Gauck, er werde gegen meine Aussagen über ihn keine juristischen Schritte unternehmen. Wie sollte er auch. Wenn die Stasi-Akten bei ihm genauso wenig oder genau so viel lügen, wie bei anderen, dann muss er sich das gefallen lassen.

Wie immer rechnet Gauck damit, dass vor allem westliche Leser vieles aus dem Ost-Leben nicht entschlüsseln können. Deshalb einige Erläuterungen zum Operativen Vorgang, auf den Gauck zu seinem vermeintlichen Schutz erneut verweist. Dabei stütze ich mich – für Gauck pikanterweise – auf Unterlagen aus seiner Behörde!

MfS-Chef Mielke erklärte im Zusammenhang mit der Aufgaben bezogenen Suche, Auswahl, Überprüfung und Gewinnung von IM: “Es geht also insgesamt darum, die Anstrengungen wesentlich zu erhöhen, um unter operativ bedeutsamen Personen bzw. Personenkreisen Werbungen durchzuführen”. Folgerichtig wurde in der Richtlinie Nr. 1/79 für die Arbeit mit Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) und Gesellschaftlichen Mitarbeitern für Sicherheit (GMS) in § 4, Abs. 1 festgelegt: “Zur Erarbeitung von Ausgangsmaterial für die Gewinnung neuer IM sind alle politisch-operativen Arbeitsprozesse und deren Ergebnisse planmäßig und zielstrebig zu nutzen, insbesondere die Entwicklung und Bearbeitung Operativer Vorgänge …”

Hauptmann Terpe schloss den Operativen Vorgang, nachdem die Stasi zu Gauck ein “gutes Verhältnis” hergestellt und seine Bereitschaft zur weiteren engen Mitarbeit festgestellt hatte. Der MfS-Hauptmann schlug vor, einen IM-Vorlauf über Gauck anzulegen. Dazu stellt der § 1 (Grundsätze) der 1. Durchführungsbestimmung zur erwähnten Richtlinie Nr. 1/79 fest: Personen, die als IM-Kandidaten ausgewählt werden, sind IM-Vorläufe. Pastor Gauck, der sich als Widerständler und Bürgerrechtler feiern lässt, ein IM-Kandidat der Stasi!

Der IM-Vorlauf hatte nach Richtlinie 1/79, § 4, Abs. 1 u. a. “die Erarbeitung des Werbungsvorschlages” zur Aufgabe und sollte nach § 2, Abs. 2 in einer Akte “den Prozess der Gewinnung als IM” darstellen und festlegen, welche Aufgaben “mit der vorgesehenen Gewinnung” gelöst werden sollen, welche “Einsatzmöglichkeiten zur Lösung von Aufgaben des MfS” bestehen. Schließlich soll die IM-Vorlauf-Akte den “Bericht über die erfolgte Verpflichtung” enthalten. “Die Laufzeit der IM-Vorlauf-Akte wird auf neun Monate begrenzt.”

Man lasse sich also auch nicht von Gaucks Ablenkungsmanöver täuschen, die Stasi habe so und so viele IM auf ihn angesetzt. Eine solche Überprüfung des IM-Kandidaten gehörte zu den Pflichtübungen des MfS!

Eine weitere Überlegung zum Spannungsfeld “Täter-Opfer”, in dem sich Gauck als “Opfer” sieht. Schauen wir ins Stasi-Unterlagengesetz (StUG), in die heutige Bibel von Gauck. Wer “Betroffener” und “Dritter” (mithin “Opfer”) bzw. “Mitarbeiter” und “Begünstigter” (folglich “Täter”) ist, erläutern die Begriffsbestimmungen dieses Gesetzes im § 6. Ob Personen Mitarbeiter, Begünstigte, Betroffene oder Dritte sind, ist nach § 6, Abs. 8 gesondert festzustellen. Maßgebend für diese Feststellung ist, mit welcher Zielrichtung die Informationen in die Unterlagen aufgenommen wurden. Mit anderen Worten: Allein die Sichtweise des MfS als aktenführende Stelle ist für die Zuordnung maßgebend. Die Stasi wollte – siehe Terpe – die Zusammenarbeit mit Gauck intensivieren und ihn deshalb zunächst in den Status eines IM-Kandidaten erheben, um ihn schließlich als IM zu werben.

Das bedeutet nach StUG: Herr Gauck kann nicht – jedenfalls nicht ausschließlich, wie er es tut – den Status eines “Betroffenen” (“Opfers”) für sich in Anspruch nehmen.

Übrigens schließt das StUG aus der “Betroffenen”-Kategorie “Begünstigte” (folglich “Täter”) aus. Nach § 6 Abs. 6 StUG zählen zu den “Begünstigten” auch Personen, die vom MfS wesentlich gefördert worden sind. Nicht nur sein vorgesehener IM-Einsatz klassifiziert Pastor Gauck mindestens als “Begünstigten” im Sinne des StUG. Mithin ist Gauck nach diesem Gesetz der “Täter”-Seite zuzuordnen.

Kurzum: Der Einsatz von Gauck als IM war von der Stasi innerhalb einer überschaubaren Frist vorgesehen. Eine Kleinigkeit kam dazwischen: die Wende. Wendig wendete sich Gauck vom Machtfaktor MfS ab und dem neuen Machtfaktor zu. Als wiederum dieser 1998 seine Wende erlitt, wendete sich Gauck wendig dem gegenwärtigen Machtfaktor zu. Wie bezeichnete man früher einen solchen Charakter?

Unser Grundgesetz garantiert Gleichbehandlung vor dem Gesetz. Deshalb bleibe ich dabei: Gauck ein Opfer? Nein. Er gehört aus dem Öffentlichen Dienst entlassen.

Auf Wiedersehen, Herr Gauck!

März 2017
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